Velosophics
To benefit World Bicycle Relief
Velosophics

Velosophics – das sind Lena und Hardy. Sie sind die ersten Deutschen, die SANTOS auf ihrer Radweltreise supported. Am 4. August werden sich die beiden in Düsseldorf auf den Weg machen, mit zwei Travelmastern 2.6 Alu ein Jahr lang quer durch Europa, Mittel- und Südamerika zu radeln.
Und das für den guten Zweck! Sie sind außerdem die ersten Deutschen, die für World Bicycle Relief fahren. Unter dem Motto Realize the Power of Bicycles sammeln sie mit Ihren geradelten Kilometern Spenden, um Menschen in Not durch Fahrräder zu mobilisieren. Während sie auf den Travelmaster ihren Traum verwirklichen, können Fahrräder in Afrika Menschen den Zugang zu Wasser, Bildung und Jobs erleichtern, als Lastenfahrzeug oder sogar Krankenwagen eingesetzt werden. Pro geradelte 1.000 Kilometer wollen sie mindestens ein Fahrrad nach Afrika vermitteln. Die ersten fünf sind schon jetzt unterwegs!
Erste Etappe: Düsseldorf – Rumänien. Innerhalb von ca. sechs Wochen wollen sie den Auswanderweg von Hardy und seiner Familie zurück in sein Heimatland fahren. Dort besuchen sie seine Großmutter in Focsani.
Zweite Etappe: Mittelamerika. Von Bukarest geht es mit dem Flieger weiter nach Mexiko und dann Richtung Süden bis Panama.
Dritte Etappe: Südamerika. Hier wartet schließlich die größte Herausforderung: die Anden. Durch Ecuador, Peru und Bolivien soll es bis Nordchile und schließlich Argentinien gehen.
Die aktuellen Vorbereitungen und ab August ihre Reise könnt ihr hier verfolgen. Das Spendenprojekt wird über Betterplace.org verwaltet.
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Quer durch Zentralamerika: El Salvador, Honduras, Nicaragua, Costa Rica, Panama
So viele kleine Länder auf einem Haufen! Wenn man will, kann man sie sicherlich alle in wenigen Wochen durchradeln – wir haben uns etwas mehr Zeit genommen, um jedes Land für sich näher kennen zu lernen. Die zentralamerikanischen Länder haben viel gemeinsam und sind doch so unterschiedlich. Landschaftlich wiederholen sich tolle Vulkanszenerien, es ist immer möglich relativ schnell zwischen dem Pazifik und der Karibik zu switchen und vor allem kulinarisch wird der hungrigeRadlermagenwohl immer wieder mit Reis und Fleisch und Bohnen und vielleicht einem Kleks Salat begnügen müssen...

Zunächst folgten wir der Küstenstraße durchEl Salvador und Honduras, wahrscheinlich einer unserer heißesten Streckenabschnitte überhaupt! Die Menschen inEl Salvador begrüßten uns auffällig freundlich. Entgegen aller Warnungen im Vorfeld, haben wir das Land als äußerst gastfreundlich und die Leute als sehr hilfsbereit kennen gelernt. Das Fahren macht einfach doppelt so viel Spaß, wenn Autofahrer im Vorbeifahren „Daumen hoch" zeigen, und nicht „Gringoooo" schreien, und einzelne sogar anhalten und Hilfe anbieten, wenn man einen Platten hat. Ein paar mal haben wir sogar auf Englisch gehört „Thankyouforvisitingmycountry!". Silvester verbrachten wir mit Freunden in dem Küstenörtchen und Surferspot EL Zonte, danach ging es weiter durch kleine Dörfer und Städtchen Richtung Honduras. Das Land ist relativ dicht besiedelt, günstige Unterkünfte findet man eigentlich überall, große Freiflächen für einsame Campingnächte eher weniger... In El Salvador haben wir uns auch zum ersten Mal mit den Bomberos angefreundet – unter Radreisenden ist bekannt, dass die Feuerwehr in den meisten lateinamerikanischen Ländern gerne hilft und ein Plätzchen für die Nacht anbietet, mal mehr, mal weniger komfortabel, aber immer sicher!
Honduras war dann schon etwas anders, die Menschen nicht mehr ganz so freundlich und die Strecken zwischen den Städten meistens sehr öde und einfach nur heiß. Deshalb sind wir relativ schnell in vier Tagen bis zur Grenze nach Nicaragua durchgeradelt. Die so genannten Nicas sind ein unglaublich nettes und solidarisches Volk, und fühlen sich vor allem auch den Deutschen durch die Soli-Bewegung gegen Diktator Somoza in den 80ern sehr verbunden. Auch ganz allgemein wirdden Deutschen in Zentralamerika relativ viel Respekt entgegen gebracht. Wir verbinden mit Nicaragua im Nachhinein nicht nur die netten Menschen sondern vor allem auch heftigen Wind, leider zumeist aus der falschen Richtung! Wir entschlossen uns auf der Ostseite des riesigen Nicaraguasees Richtung Costa Rica zu fahren und so die Panamericana und die etwas touristischere Seite zu umgehen. So ging es über DirtRoads durch abgelegene Dörfer, durch viel Sand und wunderschöne Landschaften und schließlich auf einer nagelneuen Straße ohne Verkehr in Richtung San Carlos. Von dort aus konnten wir bequem mit dem Boot den Rio Friozum Grenzübertritt nach Los Chiles/Costa Rica runterschippern.

Costa Rica war dann fast wie eine neue Welt für uns: Nicht nur die Vegetation und das Klima änderten sich schlagartig in einen grünen vollen Regenwald, viel Regen und Feuchtigkeit, das Land ist einfach anders als sein nördlicher Nachbar. Es ist sehr sauber und hat vor allem eine gut ausgebaute Tourismus Infrastruktur, die wir fast gar nicht mehr gewohnt waren. Leider waren wir die dementsprechend hohen Preise auch nicht mehr gewohnt. Unsere Route führte uns sehr direkt an die Karibikseite, wieder feuchtheiß mit tollen Stränden sowie einer beeindruckenden Tier- undPflanzenwelt mit Faultieren, Schlangen, Affen, Echsen und vielem mehr. Durch kilometerlange Bananenplantagen ging es schließlich zur letzten zentralamerikanischen Grenze nach Panama.

Ohhh wie schön ist Panama – indiesem Land haben wir tatsächlich noch mal einen Monat verbracht und so viel wie möglich mitgenommen: die Karibik, die Berge, Vulkanbesteigung, den Pazifik, um schließlich in Panama Stadt tagelang alle Möglichkeiten für die Überquerung des Darien Gab zu checken. Besonders schön war die Strecke von Costa Rica nach Bocas del Toro sowie das Archipel selbst und dann die Bergetappe von der feuchtheißen Karibikseite und einer kleinen Abkühlung auf 1200 m rüber auf die trocken-heiße und längst nicht so grüne Pazifikseite. Dort trifft man dann wieder auf die Panamericana, die sich wenn dann nur für kleine Abstecher runter zum Pazifik lohnt und ansonsten einfach heiß, langweilig, teilweise sehr windig und dadurch extrem anstrengend zu fahren ist. 300 Kilometer vor Panama Stadt sind wir in einen Bus gestiegen, es hat einfach keinen Spaß mehr gemacht!

Mit der Überfahrt nach Südamerika fing dann ein neues Kapitel an...
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Guatemala: Dezember 2012
Boom, boom, peng, peng – so wurden wir in Guatemala nach dem Grenzübertritt von Belize nach Guatemala begrüßt. Nein, wir waren zum Glück nicht in eine Schießerei geraten, es war nur ein kleines Feuerwerk. Wir sollten uns besser daran gewöhnen, erklärten uns die Leute, als sie unsere erschreckten Gesichter sahen. Hier knallen die Böller immer und überall zu tausend verschiedenen Anlässen...
Guatemala ist ein wirklich tolles Radreiseland. Nicht ohne Grund haben wir mehr als sechs Wochen hier verbracht. Es bietet einfach alles – interessante Strecken auf unterschiedlichstem Terrain, die spannende Kultur der Mayas und wahnsinnige Naturerlebnisse. 40% der Guatemalteken sind indigene Maya, in weiten Teilen des Landes tragen vor allem die Frauen die traditionelle farbenfrohe Kleidung und die Maya Ruinen sind unglaublich beeindruckend. Außerdem bietet das Land Radstrecken für jeden Geschmack – da ist für jede Radlerseele etwas dabei. Der Norden ist tropisch und flach, im zentralen Hochland gehen die Straßen durch die Berge hoch bis auf 3.000m und wer ans Meer möchte, findet an der Pazifikküste einige schöne Vulkanstrände. Allerdings ist Guatemala natürlich ein sehr armes Land. Wer quer durchs Land radelt, wird sehr viel Armut sehen, einige Städte sind sehr dreckig, Müllentsorgung gibt es eigentlich nicht. Das ist traurig, vor allem in dieser beeindruckenden Natur...
Wir sind von Belize nach Petén, den Norden Guatemalas eingereist und haben uns zunächst etwas Zeit für die Maya Ruinen Yaxha und Tikal genommen. Während Tikal natürlich ein absolutes Highlight in der Maya Welt ist, waren wir froh, auch zu den kleineren Stätten mit deutlich weniger Touristen dadurch einer ganz anderen Atmosphäre gefahren zu sein. Yaxha liegt an einer malerischen Lagune mit tollen Campingmöglichkeiten, da lohnt sich der harte Aufstieg von 11km auf der Dirt Road!
In der Nähe von Flores, in San Benito hatten wir unsere erste warmshowers Erfahrung – eine tolle Plattform, über die sich Reiseradler auf der ganzen Welt vernetzen und gegenseitig mit einer Dusche oder einem Schlaf-/Zeltplatz helfen. Richtung Süden haben wir uns zunächst gegen die Berge und für die relativ flache Strecke nach Rio Dulce entschieden, bevor wir uns in das Hochland Richtung Lanquin und dann zu den Flusspools von Semuc Champey aufmachen wollten. Wir dachten, die komplett unbefestigte Route von El Estor hoch nach Lanquin wird schon irgendwie machbar sein, wir sind nicht die ersten, die diesen Weg wählen. Zum Glück hat uns jedoch im Endeffekt ein Minibus aufgegabelt und in einer nicht enden wollenden Schaukelfahrt durch kleine, extrem steile und teilweise schlammige Straßen nach Lanquin gebracht. Es wäre mit dem Fahrrad oftmals wohl nur im Schiebegang möglich gewesen und hätte uns mindestens fünf Tage gekostet. Semuc Champey war dann großartig, sehr weit abgelegen im Dschungel in den Bergen, aber der Aufwand lohnt sich!
Unsere weitere Strecke hat uns noch nach Coban, Guatemala City, Antigua und schließlich an den Lago de Atitlan gebracht, wo wir in San Pedro la Laguna eine Pause von über zwei Wochen eingelegt haben, um Spanisch zu lernen, Freunde zu treffen und Weihnachten zu feiern. Guatemala City sollte man mit dem Rad wirklich nur besuchen, wenn man muss. Wir hatten keine Probleme, aber die Leute haben uns für bescheuert erklärt, dort durchzufahren – es soll sehr gefährlich sein. Wir hatten keine Wahl, weil wir uns mit Freunden in Antigua treffen wollten, die nur für zwei Tage dort waren und wir daher einen Bus nehmen mussten. Antigua ist wohl die schönste Stadt des ganzen Landes durch die wunderschöne Szenerie zwischen den Vulkanen, aber auch sehr westlich. Von Antigua sind wir über die Panamerica zum Lago de Atitlan geradelt, angeblich die sicherere Route. Für uns einfach nur anstrengend und nervend durch den krassen Verkehr. Die Panamericana werden wir auf dem weiteren Weg sicherlich so gut es geht meiden!
Verlassen haben wir Guatemala schließlich zu dritt: Aaron Lisco hatten wir zuvor bei Buenas Cosas kennengelernt, haben uns in San Pedro wiedergetroffen und direkt entschieden durch die kommenden Länder Richtung Süden gemeinsam weiter zu radeln.
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Yucatan/Mexiko und Belize: Oktober bis November 2012

Was waren wir glücklich wieder auf der Straße zu sein! Endlich auf ins Abenteuer Zentralamerika, in die Tropen! Wir waren gespannt, wie wir mit der Sprache klarkommen, der neuen Kultur und natürlich mit den Straßen... Wie sicher ist es hier, wo können wir campen und wo nicht?
Der anstrengende Flug und ein paar unangenehme Krankheitstage, in denen wir mit der Rache Montezumas zu kämpfen hatten, haben viel Kraft geraubt. Aber umso besser liefen die ersten Tage auf den Bikes. Yucantan ist absolut flach und wir hatten keine Wahl, wir mussten den Highway nehmen. Dementsprechend kamen wir superschnell voran. Aber es war heiß, feucht und langweilig, links und rechts Dschungel, es gab kaum etwas zu sehen.
Teilweise haben wir fünf Liter Wasser am Tag getrunken und mussten nicht einmal aufs Klo – es fühlte sich an, als wenn wir durch eine Dampfsauna fahren! Aber jeder dieser anstrengenden Tage wurde mit einem Traumstrand belohnt... Und was gibt es Schöneres als nach solch heißen Tagen vollkommen durchgeschwitzt in das türkisblaue Wasser der Karibik, einer der wunderschönen Lagunen oder erfrischenden Cenoten zu tauchen?!
Zum Radfahren war Yucatan sicherlich keine besonders schöne Strecke, die Strände und das Meer lassen jedoch darüber hinwegsehen. Und so haben wir auch immer hier und da zwei/drei Tage Pause eingelegt: Mit Schildkröten schnorcheln in Akumal, die Seele in Tulum an karibischen Traumständen baumeln lassen, Kayak fahren auf der Laguna Bacalar mit ihren sieben wunderschönen Blautönen, in mexikanisches Familienleben in Chetumal eintauchen...
Als wir uns soeben ein wenig an das Spanisch gewöhnt hatten, waren wir schon in Belize angekommen. Der Grenzübergang lief reibungslos, allerdings mussten wir pro Kopf 25 US Dollar zahlen, um das Land zu verlassen. Belize gefiel uns von Beginn an. Der Highway war schmaler und nicht so befahren wie in Mexiko, allgemein ist das Land mit seinen ca. 300.000 Einwohnern eher dünn besiedelt. Die Menschen in den kleinen Dörfern haben uns überall freundlich gegrüßt und empfangen. Die Organisation des Alltags fühlte sich auf einmal wieder so einfach an, wir konnten wieder Englisch sprechen und jeder hat uns verstanden, auch wenn für uns das Kreol der Belizianer oftmals nicht so einfach zu verstehen war oder die Redeart oft ein Schmunzeln ins Gesicht zauberte: „Ja man, holy shit! I would like to pack my fucking stuff on a cool bike like that and leave this country to rock the world..."

Auch wenn es leider viele unschöne Radlergeschichten aus diesem Land gibt, wir haben durchweg positive Erfahrungen mit den Menschen gemacht und eine wunderschöne Zeit gehabt. Zum Beispiel sind wir von Orange Walk nicht wie die meisten anderen Traveller per Boot zu den Lamanai Maya Ruinen gefahren, sondern haben uns allen Warnungen zum trotz mit den Rädern auf den Weg gemacht. Natürlich hatten die Einheimischen Recht und die Dirt Road nach Lamanai war kein Zuckerschlecken, aber dafür umso interessanter: Wir haben unter anderem die Mennoniten Community Shipyard durchquert und waren sehr überrascht wie traditionell die Menschen hier leben ohne jegliche Entwicklung zuzulassen.
Aber es wurde zu früh dunkel und wir kamen und kamen nicht ans Ziel. Belize hat bei Anbruch der Dunkelheit nicht gerade den Ruf sicher zu sein, dementsprechend waren auch wir ziemlich angespannt und fürchteten bei jedem vorbeifahrenden Auto einen Überfall. Irgendwann leuchteten unsere Lampen dann auf das Lamanai Eingangsschild – wir hatten es geschafft... dachten wir: Vor uns tat sich jedoch ein stockfinsterer Dschungelpfad auf mit tausend leuchtenden Augen, die sich in unserem Scheinwerferlicht reflektierten. Nach einigen Kilometern kam uns Liston, einer der Parkmanager, entgegen, der sich sehr wunderte, was wir zu dieser Zeit hier machen würden. Wir konnten ihn überzeugen, uns bei den Ruinen zelten zu lassen und hatten eine unvergessliche Nacht bei Vollmond in Lamanai. Wer sonst hat schon die Gelegenheit bei Vollmond auf dem „High Temple" zu stehen und sich wie ein Maya-Herrscher zu fühlen?!
Einen kurzen Urlaub ohne die beiden Travelmaster haben wir uns auf Caye Caulker gegönnt – unserer Meinung ein absolutes Muss in Belize! Das Schnorcheln mit Ammenhaien, Adlerrochen, Schildkröten und vielen tropischen Fischen am Whole Chain Reef war ein Highlight!
Eine Info zum Schluss: Während wir halb Europa ohne einen einzigen Platten durchquert haben, fing es Mexiko an: Kleine Drahtstücke, die sich aus geplatzten Autoreifen lösen und am Straßenrand liegen, bohren sich immer wieder durch unseren sonst pannensicheren Reifen. Ärgerlich und nervend, aber was soll man machen?
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Rumänien: September 2012

Rumänien, fast einen Monat haben wir in Hardy's Heimat verbracht. Ein wunderschönes Land, in großen Teilen noch sehr ursprünglich und vor allem wahnsinnig gastfreundlich!
Insbesondere der Norden, die Regionen Maramures und Bukowina haben uns sehr beeindruckt: Die Leute tragen hier und da noch die traditionelle Kleidung und es gibt schön verzierte Häuser und Holzkirchen aus dem Mittelalter zu bewundern.
Highlights auf unserer Rumänien-Route waren z.B. das Kloster Voroneț und die Bicaz Klamm.
Rumänien ist absolut empfehlenswert für Radreisende, die Ursprünglichkeit mögen und keine Berge scheuen. Auch wenn wir hauptsächlich durch die Täler geradelt sind, einige Male ging es auch auf 1.600 m hoch.
Unser wertvoller Vorteil war natürlich die Sprache, Hardy ist mit Rumänisch als Muttersprache aufgewachsen. Das war für uns der Schlüssel zu den Menschen und dem alltäglichen Leben. Wir wurden unzählige Male eingeladen, dabei haben wir oft nur nach Wasser gefragt und daraufhin einen Schlafplatz angeboten bekommen. „Die Wildschweine und die Bären sind zu gefährlich! Bleibt lieber bei den Häusern, bei den Menschen." Oder: „Warum denn zelten, kommt doch rein, wir haben auch ein Zimmer für euch!" So haben wir uns auch schon einen Stall mit einer Kuh geteilt und sind mit ihrem Glockenläuten eingeschlafen.
Nicht selten gab es auch ein Feuer für ein heißes Bad und eine Ciorba, Mamaliga oder andere rumänische Köstlichkeiten... Diese Gastfreundlichkeit hat uns überwältigt und uns viel über die Entwicklungen im Land, die täglichen Probleme der Leute aber auch z. B. über Gemüseanbau lernen lassen.
Die Straßen sind zwar nicht überall so schlecht wie die Leute sagen, aber es gibt schon richtig heftige Abschnitte: Bei unserer Abfahrt von dem 1413 m hohen Prislop Pass war die Straße übersäht mit teilweise Meter großen Schlaglöchern. So mussten wir uns um so mehr auf die Straße konzentrieren und konnten die tolle Aussicht nicht durchgehend genießen. Die gesamte Strecke hat trotzdem viel Spaß gemacht und war absolut machbar mit unseren soliden Santos Travelmastern. Das größte Ärgernis und wohl auch das gefährlichste auf Rumäniens Straßen sind LKW's und Hunde. LKW's sehen Radfahrer leider oft nicht als gleichwertige Verkehrsteilnehmer und beanspruchen den Platz auf der Straße für sich...
Anders hat sich allerdings das Zugfahren mit den Rädern gestaltet. Es existiert kein einheitliches System für Fahrräder im Zug. Am Schalter konnten wir nicht für jeden Zug Fahrradtickets kaufen, aber im Zug sollten wir schon welche haben und mussten schließlich pro Kilometer und Kilogramm zahlen. Einmal konnten wir uns unter heftigen Diskussionen mit dem Schaffner erfolgreich weigern, das teure Zusatzticket zu kaufen, ein anderes mal nicht, und einmal ging es doch am Schalter. Außerdem sind die Züge nicht für den Radtransport ausgelegt, der Einstieg ist sehr hoch und es gibt eigentlich keinen Platz für die Räder. Obwohl Hardy die Sprache spricht hatten wir viel Ärger...
Die Zeit in Rumänien war eine unglaublich schöne und intensive Erfahrung für uns – ein absolut empfehlenswertes Radreiseland!
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Update, August 2012
Sechs Wochen „on the road": 2.200 km, 5 Länder, 15 Fahrräder für Afrika
Auf einmal ging alles ganz schnell: Nach monatelangem Planen und Organisieren, war er plötzlich da: der Tag der Abfahrt! Voller Vorfreude ging's mit den voll gepackten Travelmastern in Düsseldorf los - begleitet von vielen lieben Freunden und dem RTL Fernsehteam. Es war ein Abschied auf Raten, einige Radlerfreunde haben uns noch ein paar Tage begleitet, Stefan war sogar noch bis Aschaffenburg dabei...
Und dann waren wir nur noch das Velosophics Duo mit unseren neuen besten Freunden: den zwei SANTOS Travelmastern Alu 2.6. In unserem ersten Monat haben wir die beiden sehr gut kennengelernt, noch einige Dinge verändert und mittlerweile sind sie perfekt! Schon jetzt können wir uns ein Leben ohne sie nicht mehr vorstellen!
Jetzt werden auch wir zu Travelmastern: Wir haben unser Equipment bestens kennengelernt, wissen, was wir wann benötigen, wie wir am besten einen Schlafplatz finden und es spielt sich eine Art Routine in den Tagesabläufen ein. Und dennoch hält jeder Tag neue Überraschungen bereit. Wir freuen uns riesig, so viele unterschiedliche Menschen kennenzulernen und erfahren unglaublich viel Gastfreundschaft und Warmherzigkeit. Das hat bisher jede Quälerei entschädigt, ob durch die Berge bei 35° in Bayern und Österreich, lästigen Regen oder kilometerlange Sandpisten in der Slowakei!
Eine großartige Überraschung ist für uns auch der Fortschritt unserer Spendenaktion „Bikes for Africa": In diesen ersten Wochen konnten wir bereits das Geld für 15 so genannte Buffallo Bikes auf den Weg bringen! Diese besonders robusten und wartungsarmen Räder erleichtern Kindern den Weg zur Schule und können als Transportfahrzeug für Wasser und Waren oder sogar als Krankenwagen eingesetzt werden.
Unsere Route hat uns bisher quer durch Deutschland, Österreich, die Slowakei, Ungarn bis nach Rumänien geführt. Nach sechs Wochen denken wir, der Start in den heimischen Gefilden war genau richtig – so konnten wir uns langsam an alles gewöhnen, noch viele Besorgungen machen und vor allem Deutschland noch mal ganz neu kennenlernen bevor wir Kilometer für Kilometer in andere Länder und Kulturen radeln...
Länderberichte
Deutschland
Von Düsseldorf sind wir zunächst gemütlich die Radwege am Rhein, Main und an der Tauber gefahren und haben an einigen Tagen ohne Probleme 100 km zurückgelegt. Das hat sich in Bayern dann schlagartig geändert. Wir haben die Berge hassen und lieben gelernt! Aber das sollte ja erst der Anfang sein und war ein erfolgreiches Training!
Nach zwei Wochen kamen wir gerade noch rechtzeitig in München an, um auf der ISPO einige Sponsoren zu besuchen und unsere Spendenaktion zu promoten. Als wir mit unseren Travelmastern nachmittags auf dem Messegelände einfuhren dachten viele Messebesucher anfangs, wir seien mit unseren vollbepackten Rädern als Reiseradler „verkleidet". Als sie unsere 50 kg schweren Räder nicht anheben konnten staunten sie nicht schlecht – als „echte" Reiseradler enttarnt zogen wir noch mehr Interesse auf uns. Das Equipment wurde inspiziert und wir mit Fragen gelöchert...
... oder einfach spontan eingeladen wie von Mario aus Argentinien Wie so oft hatten wir noch keinen fixen Plan, wo wir die Nacht verbringen und haben sein Angebot dankend angenommen. Selbst ein begeisterter Reiseradler hat er schon einen Großteil Südamerikas erradelt – wir sind glücklich über seine wertvollen Tipps sowie die gemeinsame Zeit mit ihm!
Kurz vor der österreichischen Grenze haben wir in einem Restaurant unsere Wassersäcke für die Nacht befüllt und nach einem Zeltplatz in der Nähe gefragt. Norbert hat uns extrem spontan gleich in seinen Garten eingeladen. Diesen schönen Abend werden wir so schnell nicht vergessen, wir haben uns unser Essen in der Restaurant-Küche selbst gekocht und am nächsten Morgen wurden wir auf ein Riesenfrühstück eingeladen. Es ist toll zu sehen, wie viele verschiedene Menschen an uns und unserem Projekt interessiert sind und sogar aktiv daran teilhaben wollen.
Wir freuen uns auf alles, was noch kommt!
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Die Räder sind super schön geworden, oder?

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Fietsen voor Afrika
Velosophics (Lena & Hardy) zijn onze eerste Duitse supported Santos rijders. Zij vertrekken op 4 augustus vanuit Düsseldorf naar Zuid-Amerika op hun Travelmasters. Tijdens deze tocht proberen ze per 1000km minimaal een gesponsorde transport-fiets voor Afrika bij elkaar de fietsen.
Volg ze tijdens de voorbereidingen en tijdens hun komende avonturen via deze link.




